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Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in Diepholz

Redebeitrag Lars Mester / FDP Fraktion aus der Ratssitzung vom 17.06.2026

Mitteilung Fraktion

Die Gruppe CDU/FDP beantragt die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge und 

damit die Aufhebung der Satzung zum 01.01.2027.

Wir begründen es folgendermaßen: 

Nach unserer Auffassung sind die Unterhaltung und der Ausbau von Straßen eine kommunale

Kernaufgabe und große Teile der Kosten sollten nicht individuell auf die Anlieger der

entsprechenden Straßen abgewälzt werden. Zudem sehen wir es als Daseinsvorsorge die

der Allgemeinheit zugutekommt. Die Bürger werden oft zu einer Kostenbeteiligung 

herangezogen, obwohl sie trotz vorheriger Anhörung keinen direkten Einfluss auf die

Bauausführung haben. Die Erhebung führt immer wieder und vermehrt zu emotionalen

 Diskussionen, wie beispielhaft im vergangenen Jahr in den Nachbargemeinden Steinfeld und

Mühlen. Viele Kommunen in Niedersachsen haben die Satzung inzwischen abgeschafft, die

Quote liegt bereits bei über 50%. Darüber hinaus haben acht Bundesländer die Straßenausbaubeiträge bereits abgeschafft, dort dürfen Kommunen keine Ausbaubeiträge mehr erheben.

Für die FDP ist die Abschaffung der Ausbaubeiträge in Diepholz ein Herzensthema. Seit der letzten Kommunalwahl beschäftigen wir uns bereits

intensiv mit dem Thema. Mit unserem Koalitionspartner der CDU haben wir auch verschiedene Modelle zur signifikanten 

Senkung der Beitragssätze geprüft, sind aber schließlich zu dem Ergebnis gekommen, gänzlich auf die 

Ausbaubeiträge zu verzichten, da Verwaltungsaufwand und Einnahmen irgendwann nicht mehr im Verhältnis stehen. Wir treten dafür ein, die Ausbaukosten aus den allgemeinen 

Haushaltsmitteln zu finanzieren. Damit verbunden ist erheblich weniger Verwaltungsaufwand,

führt daneben zur Vermeidung von stark zunehmenden Rechtsstreitigkeiten und erhöht die

Akzeptanz der Anlieger bei dringend erforderlichen Ausbaumaßnahmen. Wir betrachten

daher die Abschaffung der Beiträge als eine sinnvolle Entscheidung, um die Bürger zu entlasten und vor unvorhersehbar hohen Zahlungen zu bewahren.

Die Strategie der SPD-Fraktion gibt aus unserer Sicht kein klares Bild ab. Auf der einen Seite 

sollen die Anlieger deutlich entlastet werden und auf der anderen Seite werden Investitionen

in Schulen, Kitas und Freizeiteinrichtungen in Frage gestellt, da die Abschaffung ein Riesen Loch in den Haushalt reißen würde.

Künftige Einnahmeausfälle zu beziffern, wie es die SPD-Fraktion im

Fachausschuss verlangt hat, ist graue Theorie oder der Blick in die Glaskugel. Über

entsprechende Ausbaumaßnahmen entscheidet in der Regel der Rat. Daher ist es für die

Verwaltung unmöglich, hier verlässliche Zahlen zu liefern.